EU will Medizincheck für ältere Autofahrer
Knapp 40.000 Verkehrstote gibt es jährlich in der Europäischen Union. Weitere 1.5 Millionen Verletzte finden sich in Krankenhäusern wieder. Grund genug, etwas gegen diese hohen Zahlen zu tun. Das Parlament der Europäschen Union hat kürzlich beschlossen, dass Senioren zukünftig einen umfassenden Medizincheck machen sollen, bevor sie sich weiterhin ans Steuer setzen dürfen.
Der Medizincheck soll die körperliche, geistige und psychische Leistungfähigkeit überprüfen. Grundlage für den Test soll die persöliche Unfallstatistik sein, die das Alter der Testpersonen festlegen soll. Der Transportausschuss des EU-Parlaments gab bekannt, dass jeder solange Auto fahren dürfe, wie er keine Gefährdung für den Straßenverkehr darstelle. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil eines großen Maßnahmekataloges, der alle Autofahrer prüfen und schützen soll. Sicherheit steht an oberster Stelle, um die hohe Zahl der Verkehrsunfalle zu reduzieren.
Demnach wird ein Sehtest für alle Verkehrsteilnehmer Pflicht. Alle zehn Jahre sollen alle Fahrer mit den Führerscheinklassen A und B geprüft werden. Fahrer über 65 sollen sogar alle fünf Jahre einen Test machen. Kenntnisse in Erster Hilfe werden auch regelmäßig überprüft werden, wenn es nach dem Willen des Verkehrsausschusses geht. Denn die EU-Kommision kann die Vorschläge noch ablehnen. Davon ist aber nicht auszugehen.
Hinzu kommt, dass Alkohol am Steuer gänzlich verhindert werden soll. Die Null-Promille Grenze für Fahrer in der Probezeit wurde gefordert. Auch für Berufskraftfahrer soll diese Grenze in Zukunft gelten. Gefordert wurde zudem, dass Neuwagen, die gewerblich angemeldet werden, ein sogenanntes ‘Alcolock’ bekommen sollen. Dieses Gerät prüft den Atemalkohol vor der Fahrt. Erst wenn der Fahrer nüchtern ist, öffnet sich das Zündschloss und das Fahrzeug kann bewegt werden. Andere technische Entwicklungen wie ein Müdigkeitswarner für PKW und LKW sowie ein Anti-Blockier-System für Motorräder sollen ebenfalls zur Pflicht werden.